Meditation

Ich habe heute eine Reise gemacht. In meiner Meditation bin ich in mein Herz gereist. Ich war eins mit Mutter Erde und dem Kosmos, habe unter meinem Körper die Anziehungskraft der erdlichen Liebe gespürt, und über mir die wärmenden Strahlen der Sonne, und der Sterne.

Ich habe gespürt, wer ich bin, ohne dabei meine Ziele, Eigenschaften oder meinen Charakter konkret definieren zu müssen.

Mein Herz war ein leuchtender Stern, alles war hell, es gab sonst nichts, und ich habe mich in eine flauschige Wolke fallen lassen, sie leuchtete und hat mich voller Liebe umarmt. Ich musste nichts beweisen oder rechtfertigen. Ich habe die Liebe in meinem Herzen angenommen, ohne Schuldgefühle.

Mein Herz nahm mich bei der Hand und führte mich durch eine Tür. Hinter der Tür fand ich eine Landschaft aus Bergen  auf der einen Seite und einem unendlichen Horizont auf der anderen. Dort, wo ich mich befand, sah ich eine Quelle mit reinstem Wasser. Der Ursprung. Ich wusch mein Gesicht mit dem Wasser, trank davon, und ich wusste, wer ich bin. Im Wasser sah ich mein Spiegelbild. Die Quelle war ich, und mir war alles klar. Ich musste nichts suchen, nichts erklären, nichts definieren, wie sonst auf meinen Ziel-Formularen. Plötzlich verwandelte sich die Landschaft in ein unbebautes Feld, und ich fing an, Samen der Liebe zu säen. Im Zeitraffer entstanden einige prächtige Bäume, doch viele Samen wuchsen nicht, wie ich es gehofft hatte. Ich war nicht enttäuscht, denn ich sah, wie die wenigen Bäume, die sprießten, herrliche Früchte zu tragen begannen.

Und die Szene drehte sich, ich begann zu lachen und mit Menschen zu tanzen, die ich nicht kannte. Die Sonne scheinte. Wir waren alle fröhlich.

Das fand ich heute in meinem Herzen.

Und plötzlich wurde mir klar, was ich so vernachlässigt habe in meinem Alltag. In dem ganzen Stress unserer Zivilisation, in den Uni-Vorlesungen, den Lernphasen, den gesellschaftlichen Verpflichtungen, in alledem fehlte die Wertschätzung zu Mutter Erde. Ein Spaziergang, Engagement in politischen Gruppen, eine Danksagung zum Essen an unsere gütige Mutter Erde, ein tiefer Atemzug, ein weiter Blick gen Horizont.

Kleine Dinge, die das Leben doch so viel bewusster und angenehmer machten. Die mich so nah zu unserer Erde führten, und mir – auch außerhalb der Meditation – das Gefühl des Einsseins vermittelten. Das Gefühl, dass nicht ich Zentrum dieses Lebens bin, sondern dass ich ein Teil eines Organismus bin, der noch viel größer und überwältigender ist, in all seiner Perfektion, und aus dem ich hervorgehe, als kleiner Teil, den anderen Menschen ebenbürtig, ein künstlerisches und biologisches Meisterwerk.

Und ich erkannte eine weitere Aufgabe, die das Universum mir gestellt hatte – durch Liebe neue Impulse in meiner Umgebung zu säen, anzuregen, nicht durch Predigten oder Vorwürfen, nein, sondern allein durch den positiven Rückhall aller Aktionen, die aus reiner Liebe bestehen.

Und mir wurde klar, dass Begeisterung und Freude in jedem Schritt, den ich im Leben tue, dazu beitragen kann, bleibende Spuren in den Leben der anderen zu hinterlassen. Die Spuren der Liebe, das sind diejenigen, die mit geringster Wahrscheinlichkeit ausgelöscht werden können. Denn sie tragen meist Früchte, die wiederum weitere Spuren hinterlassen.

Ist die Liebe nicht ein Wunder? Eine der wenigen, oder sogar die einzige Kraft, die proportional wächst, wenn sie geteilt wird.

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