In der Fremde.

Ich gehe durch so leere Straßen,

die überfüllt von Menschen sind.

Wie gerne würd ich sie erfassen!

Doch da die Zeit so schnell verrinnt,

kann ich keinen einz’gen halten,

denn alle laufen vor mir weg.

Diese vielen fremden Gestalten

sehen in mir keinen Zweck.

An der Kreuzung halt‘ ich an,

aber nur, weil ich ihn seh‘ –

einen Menschen, der nicht weiter kann,

weil er mir gegenüber steht.

Sein Gesicht ist mir vertraut,

sein Körper meinem ähnlich,

sein Herz, das schlägt genauso laut,

wie meins:

ich sehe mich.

Und ich will weder mich selbst finden,

noch einen Sinn erfragen,

während alle Zweifel schwinden

und ohne ein Wort zu sagen,

verrät mir diese neue Kunst,

die sich spaltet in tausend Farben,

dass wir uns kennen, ohne uns

vorher je gesehen zu haben.

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