Children of Imperialism

Kazakhstan, the vastness of your miraculous steppe does something with me; responds to the calling of my soul, lingering ‘home’. Vastness, freedom, where borders neither exist nor claim their control.

Kazakhstan, place I was born into. Where my mother and my father have grown up, were educated and socialized. It did not take me long to understand that I am a child of imperialism. I hear the colonial legacy in comments such as “Kazakh people are not able to work properly” or “You cannot trust them, they have these (makes a face to mimic ‘Asian’ facial features) eyes”. Something within me calls for dropping this legacy, while I know that I can’t ever rid myself of the entanglements of my ancestors’ histories and the paths that my being-in-this-world paves for my descendants and their generations. Between moral and energetic (holistic) reasonings, I swirl back and forth between differentiating myself from the imperialist mindset of Russian (Soviet) settlers and integrating myself into the wholeness of what happened here.

Kazakhstan, land of the wanderers. Coinciding with the brutal scars that have been left upon you by forced deportation, starvation and cultural epistemicides. While walking through the national military museum, I can’t help myself but assuming that all these paintings decorating the giant walls (which have no creation dates) depict processes of mimicry of the Western ideology that sets what counts as ‘culture’ – a certain type of fine arts, a certain way of exposing objects, a certain… kind of ‘civilization’.

I do not know whether and how the global colonial matrix includes the imperial relation between the former Soviet Union and the regions and peoples it swallowed. Yet, I did read that the governmentally-induced famines of the 1920 and 1930s decimated the native Kazakh population to become a national minority, constituting a dramatic, yet forgotten genocide.

No, I cannot shake this legacy off, when I am amidst the German-Russian part of my family who push the memories of Kazakhstan and Soviet times to the edges of their being-in-this-world. When I touch a sense of transgenerational traumatization that is being relativized by reminders of rational reasoning, economic welfare in the present and a desire for development in the future. No, I can neither shake this legacy off when I visit the Russian-Ukrainian part of my family in Kazakhstan, where latent downgrading of Kazakh natives accompany everyday life. Where holding on to an idea of Soviet-Russian civilization, culture and groupness constitutes a sense of belonging, which constantly represses its own shadows.

But this legacy has called me, whispering songs of its longing for truth, integration, acknowledgement. And has sparked in my heart a fire of a decolonial attitude, which silently screams for reconstitution of love and shared humanity as foundation of being-in-this world.

As a child of imperialism, my soul longs to unite with a harmony that has never fully gone lost. I am also a child of the world.

“Wenn du denkst, es geht nicht mehr…

… kommt von irgendwo ein Licht her.”
Diese Alltagsfloskel kennen wir nur allzu gut, und wie oft haben wir sie ausgesprochen, während wir innerlich schmunzelten, weil wir uns so hoffnungssuchend an eine Ironie wenden, an deren Wahrheitsgehalt wir ja eigentlich selbst nicht glauben. Aber irgendwie ist es schon immer so gewesen.
Jedesmal, wenn ich so tief gefallen war, dass ich an das Gute nicht mehr glauben mochte, kam eine Botschaft – so abergläubisch das auch klingen mag. Mal kam sie in Gestalt einer Fremden, die mich an der Schulter fasste und mir sagte, dass alles gut werde; ein anderes Mal in Form von einer Botschaft, die jemand an mich richtete und mir das verzerrte Bild, das ich von mir selbst hatte, zurecht rückte. Immer gab es Zeichen, immer genau das, was ich brauchte – zum richtigen Zeitpunkt, oder eher gerade dann, als ich dazu bereit war.
Im Zuge der Vorbereitung auf meine Yogalehrerausbildung wurde mir ein Buch ans Herz gelegt, das für eine angehende Bachelorette im Bereich der internationalen Politik eigentlich – aufgrund des Mangels an Empirie und Wissenschaftlichkeit – zutiefst abwegig erscheinen müsste.
“A little Light on the Spiritual Laws” war ein Buch, das mir versprach, mich kapitelweise an die Gesetze des Universums heranzuführen. Ich mochte Philosophie und Spiritualität immer schon, aber eine leise Stimme in mir flüsterte: “wie lächerlich”, und verwies in der Bibliothek meines Kopfes auf eine US-amerikanische Studie, in der empirisch bestätigt wurde, dass Menschen, die an irgendwelche höheren Kräfte glauben, anfälliger für Verschwörungstheorien seien (Oliver, J. Eric / Wood, Thomas J.: Conspiracy Theories and the Paranoid Style(s) of Mass Opinion, 2014). Ich schmunzelte über meine eigene Zweigleisigkeit, die sich in meinem Kopf und meinem Herzen manifestiert hat und doch ließ ich mich auf die Lektüre ein.
Und während ich die “Spirituellen Gesetze” eines nach dem anderen durchging, ertappte ich mich dabei, wie ich ihnen Sinn und Validität zuschrieb.
“As within, so without”:

Earth is a place of learning where our lessons are presented to us by making our outside world an exact reflection of our inner world. (…) Your inner integrity will be matched by those around you. (p.8)

Hörte ich dort nicht etwas vom sokratischen Denken heraus?

A radio transmitter broadcasts on a particular frequency. Anyone interested in a programme going out on that waveband tunes in. You are a transmitter. You broadcast the play of your life. You send out into the ether the story of your patterns, emotional energy, mindsets, denials, likes and dislikes and much more.
Imagine you want to find an interesting programme. There are hundreds to tune into and you are flicking through the channels trying to decide which one to listen to. Most of them you tune out immediately. Now and again one will catch your attention. It may be heavy or funny, boring or interesting, violent or peaceful. Something about it draws you to stay tuned in. You may like some aspects but be repelled by others. Nevertheless you are hooked in.
In the same way we attract people to us. People who do not resonate on our frequency simply are not attracted to us. they pass on by.

Das Gesetz der Anziehung. Und dann ist da noch das der Reinkarnation. Und so viele mehr, die rein wissenschaftlich kaum Sinn machen bzw. nicht empirisch überprüfbar sind, oder valide, oder all die anderen Anforderungen nicht erfüllen. Komisch, wie diese zwei Facetten von mir keinen Sinn ergeben. Einerseits die angelernte Wissenschaftlichkeit, die notwendig für eine professionelle Existenz ist, und andererseits das angeborene Gefühl der Einheit und von etwas, das in Worten und Begriffen nicht erklärbar ist.

Manchmal habe ich so eine situative Vision von mehr Spiritualität in der Politik, und dann verwerfe ich sie sofort wieder, wenn ich an die Rolle von Religion und Ideen denke.
Ist es nicht zwiespältig? Ist etwas da dran, dass, je mehr ein Mensch sich Politik beschäftigt, desto kälter und zynischer er wird – oder ist es nur eine unbestätigte Annahme – oder gar eine Ausrede, um globale Probleme besser ertragen zu können?

Wo ist die “intrinsische” Lernkultur (hin)?

Ich bin eine ganz normale Studentin. Nicht wirklich anders als die anderen zehntausend, die an der Universität studieren. Doch ich trage eine abnormale Leidenschaft in mir, die ich beichten möchte: ich lerne wirklich verdammt gerne. Auch wenn meine Prüfungsordnung bestimmte Veranstaltungen vorsieht, die mir eigentlich gar nicht zusagen, dann löst es in mir meist trotzdem einen Funken Begeisterung aus – auch wenn es überfordert, oder wenn es lange Tage in der Bibliothek kostet, um endlich zu verstehen, was eine Kovarianz bedeutet, was Investitionsschutz ist oder welche Theorien der ökonomischen Integration sinnvoll sind. 

Als ich jedoch neulich in einer Klausur saß, die – als Single-Choice Klausur konzipiert, und auf der Lektüre eines einzigen Lehrbuches aufbauend –  zu keinen Höchstleistungen zwang, da deuteten sich mir erneut die Mankos unseres Bildungssystems an. Erneut – weil eine Kultur des “ECTS-Punkte-Sammelns”, schnellst- und bestmöglichen “Studierens”, d.h. eigentlich im engeren Sinne “Prüfungsleistungs-Erbringens”, sich mir immer wieder aufgetan hatte.

In dieser Klausur sah ich mich um, und erkannte, dass gefühlte 60 % der Studenten ihre Augen immerzu auf die Kreuzen der Prüfungen ihrer KommilitonInnen richteten, dass kein Interesse an dem Inhalt bestand, der vermittelt worden war, geschweige denn, genuine Erkenntnis über das Thema sprießte. 
Unterhält man sich mit Studierenden, so heißt es “wir tun nur, was von uns erwartet wird”; und da das System nicht sprechen kann, schweigt es zu diesem Phänomen, während es die Anforderungen in zahlreichen Berufsfeldern in astronomische Höhen hinauf schaukelt. 

Bei aller Freude am Studieren, bei aller Dankbarkeit für dieses in hiesigen Räumen kostengünstige Privileg, fühle ich mich hin und wieder dennoch gefangen in einem Bildungssystem, in dem vorwiegend nach ökonomischen Aspekten unterrichtet und ausgelesen wird.

Wir werden auf Memorisierung getrimmt, auf Schemata, stupides Lernen von Definitionen… und gleichzeitig ist es genau dieses passive Element, das wir aktiv reproduzieren, indem wir es annehmen, und den Anforderungen der Leistungsnachweise folgen. Was zählt ist die Technik, und so entwickeln wir uns mit begrenztem Herz zu vielen kleinen Rädchen in einer marktorientierten Leistungsgesellschaft. Denn um erfolgreich zu sein, müssen wir uns an die Normen und Regeln des Marktes anpassen. Das geht unmittelbar einher mit dem Aufstieg des Facebook-Imperiums, bei dem wir unsere Selbstdarstellungs- und Vermarktungsfähigkeit trainieren können.

Deshalb begann ich langsam, Verständnis zu entwickeln, sowohl für die Studierenden, die das System “satt haben”, in dem es nur darum geht, Punkte zu sammeln, sich dem Strom anzupassen und die Prüfungsordnung zu befolgen, als auch für die ProfessorInnen und DozentInnen, die – teils selbst bereits resigniert, teils von den Studierenden vielfach enttäuscht – immer häufiger die Lust an denselben Themen für dieselben uninteressierten Gruppen, die sich anmelden und nicht einmal zu den Präsenzveranstaltungen erscheinen, verlieren.

Sind es wir, oder ist es das System? Oder besteht vielleicht eher eine Wechselwirkung, die wir uns eingestehen müssen, wenn wir etwas verändern wollen? Doch vielleicht machen wir es uns zu einfach, wenn wir Strukturen für unseren Mangel an Mut verantwortlich machen.

Klingt radikal? – Vielleicht ist es das.
Ein Luxusproblem? – Durchaus.

Doch immer seltener hinterfragen wir, wofür wir eigentlich studieren, geschweige denn, wofür wir stehen. Wobei gerade diese Frage öfters gestellt werden müsste, denn wie sollen wir integer leben, wenn wir nicht einmal wissen, welche eigene Ideale und Werte wir vertreten?

Integrität – mein Wort der Stunde.

Why Africa is Haunted by Wars…

Nachdem mein Dozent die verwirrende Frage aufgeworfen hat, warum Afrika denn staendig von Kriegen heimgesucht werde, begab ich mich auf eine kleine Reise der Suche. Einer Suche nach Gruenden, Wurzeln und Annahmen ueber das Schicksal dieses Kontinents:

Why Africa is haunted by war?
When talking about Africa, most Westerners immediately connect the term with darkness, poverty, war and disease, giving rise to the term “Afro-pessimism,” coined by Robert Kaplan in the 1990s. Africa has constantly been defined as a continent doomed by chaos and instability, the “Heart of Darkness”, mainly reduced to this negative notion.
But what is behind of this assumption? Although the usual person might already understand that there is more behind Africa, than this simplified negative ascription, it might be legitimate to ask why there are so many wars and armed conflicts particularly on the African Continent.
In the following, this article aims to examine some of the most common arguments concerning this question.
But first of all, let us turn to the difficulty of the question itself. The heading question does a mistake of gross simplifications in treating Africa like one big country.

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When asking why Africa is haunted by war on might equally ask why the United States, China, India, Western Europe and Japan are haunted by problems. Given the vast territory of the African continent, the religious and cultural diversity, as well as the uniqueness in national histories, the question itself seems quite obsolete in terms of proficient conflict analysis.
However, we can find various comments and reflections on this very question, and it seems valuable enough to approach to the arguments. Gettleman argues that the wars we currently perceive on the African continent are not wars in the traditional sense. The notion of “New Wars” has become quite popular in the last 20 years – classifying a new form of wars that are self-nourishing. Mostly, so the argument, the combatants don’t have a clear ideology or goals, and are uninterested in winning converts.
But indeed, fightings are often about access to resources, such as mineral wealth like gold, diamonds, Coltan or uranium or even about political goals. So they are not literally fighting for no reason. Of course, one should approach various single conflict constellations in order to find their context and motivation. But in general we can assume that there are in fact motivations for fightings, even if we have to dig deep in order to find them. We have to examine social and political context, international economic issues and a number of further perspectives in order to fully grasp issues in appropriate context. Simplistic views offer little understanding of the complexities of causes for civil wars.
Gettleman, in his article, states that any negotiation would be useless, because rebel groups “don’t want ministries or tracts of land to govern – all they want is cash, guns, and a license to rampage”. He assumes that the only option to stop today’s rebels is to capture or kill their leaders (e.g. Jonas Savimbi in Angola, or Charles Taylor in Liberia). When looking at the persistence of particular armed rebel groups in the DRC, there might be some point of truth in this idea. The leader of the armed wing of the M23 movement, Sultani Makenga, for example, was continuously present in the rebel groups AFDL, RCD-Goma, CNDP, and M23 – so maybe getting rid of him would have weakened the persistence of those groups.

Global media tend to reduce the complexity of African conflicts in particular to the standard argument of ethnic, tribal and clan hatred. They assume that ethnic cleavages in Africa are the source of domestic instability and conflict.
In fact, there is proof to be found when looking at the organization structure of many rebel groups and even political parties. Often, they seem to be based on clan, tribal, or ethnic lines, and politicians and often play upon ethnic differences and identity for personal power.
In praxis, group friction alone is not sufficient to create armed clashes. They may intensify us vs them attitudes and increase ingroup-solidarity, but as long as there is a strong state to serve as a mediating platform for diversity between social groups, it’s possible to balance conflict.
In an extremely weak state, such as in the Democratic Republic of the Congo and Somalia, identity politics may easily be misused by rebel leaders and local politicians.

Using models of the overall incidence of civil wars in 161 countries between 1960 and 1999, we draw lessons with special reference to Africa, showing that the relatively higher incidence of war in Africa is not due to the ethno-linguistic fragmentation of its countries, but rather to high levels of poverty, failed political institutions and economic dependence on natural resources .

An acknowledged empirical finding in the academic research of International Relations, has stated the theory of “Democratic Peace”, which basically proves that democracies are less likely to enter into war with another democracies. In this context, also nascent democracies and any forms of autocracies increase the likelihood of war. Unlike mature democracies, that own established institutions of balancing and public participation, nascent democracies still lack mechanisms to avoid entrance into war. Closely linked to this factor is the impact of state weakness and state failure. In failed and weak states, courts are corrupt, police are underpaid, armies tend to be under-funded and untrained, education systems tend to be bankrupt, basic health care is unavailable to most people, and elections are often fraudulent. That is why several African governments are often deeply involved in fueling ethnic violence between groups. In the absence of the rule of law, what limited economic activity takes place usually concentrated in diamond mines, plantations, or oil wells. This circle opens a path for civil war and armed rebellions.
Another aspect that increase the likelihood of war is colonial legacy. In the Southern hemisphere, particularly in Africa, former colonial rulers had created artificial boundaries that accommodated a great extent of cultural and ethnic diversity. Most of the current borders still reflect the way Africa was divided between the colonial powers since the Berlin Conference of 1884/85. These borders that were drawn by colonialists, neglected former structures of governance. Not much is needed to understand that it contributed to internal tension among newly formed nations, particularly in countries where a single ethnic group gained dominance and replaced pre-colonial structures.
Moreover, colonial administrations used classic “divide and conquer” techniques to get local people to help administer colonial administration . In most areas, colonial administrations did not have the manpower or resources to fully administer territory and had to rely on local power structures, thus creating factions and groups within the societies which exploited this situation for gaining positions of power.
The strive for independence and for rebuilding is still proving difficult and in no case fully completed:
“We must remember that the European agreements that had carved up Africa into states paid little attention to cultural and ethnic boundaries and ethnic groups had little opportunity or need to form political alliances or accommodations under repressive colonial rule.… Think of countries such as Canada, which has been trying for hundreds of years with mixed success to accommodate only two linguistic groups — English and French — and you get an idea of the problems of African states with far greater cultural and linguistic divisions. — Richard H. Robbins, Global Problems and the Culture of Capitalism, (Allyn and Bacon, 2002), p. 302

Furthermore, economic conditions affect the likelihood of war. A legacy of colonialism can be observed in rent-seeking elites that had continued the exploitation of Africa’s wealth.
A high level of development can reduce ethnic rivalries, but might on the other hand substitute class conflicts for tribal conflicts
International trade and economic arrangements have done little to benefit developing countries and has further exacerbated the problem of poverty. IMF/World Bank policies like Structural Adjustment have aggressively opened up developing nations with disastrous effects, including the requirements to cut back on health, education (and AIDS is a huge problem), public services and so on, while growing food and extracting resources for export primarily, etc.
Such policies have resulted in an increased poverty of Sub-Saharan Africa and immense burdens of state debt of those countries, which limit self-reliant domestic policy options.
Also, corporate interests, exploitation, corruption and other issues play a major role. Their lack of support for basic rights in the region, plus a lack of supporting institutions, as well as the international community’s political will to do something about it and help towards building peace and stability has also been a factor. Where there is ethnic diversity, there is actually less chance for civil wars, as long as there not a great extent of ethnic polarization.
Evidentially, these factors are just some of the most crucial causes to explain wars in Africa. Most of them are complementary and reinforcing each other, creating cycles of poor governance, corruption and mismanagement.
African countries are prone to violence because their colonial past has left their governments extraordinarily weak. With rent-seeking elites and international economic imbalances, national levels of wealth tend to be low and unequally distributed, creating a basis for conflict and insurgency.
Referring to the initial question, we have to acknowledge another tendency, which may be hard to accept with our basic perception of Africa as the failed continent – in fact, African wars do end. Data from Uppsala University’s Conflict Data Program show that between 1999 and 2006 the number of “state-based” conflicts in the region had dropped by more than half. Even the amounts of civil wars have dramatically decreased .
In fact today – with exception of some failed states such as Somalia, DR Congo, and Zimbabwe – most African countries are politically stable and are achieving stable economic growth.
So, when we ask the question, why Africa is haunted by war, we should better examine the context and conditions of the specific war we are talking about.

References:
Social Conflict and political Violence in Africa Written by Jesse Driscoll, Ph.D. student, Political Science, Stanford University
Shah, Anup. “Conflicts in Africa—Introduction.” Global Issues. 12 May. 2010. Web. 14 Oct. 2013.
Basil Enwegbara: Why is Africa unstable?
Jeffrey Gettleman, Africa’s forever Wars. Why the continent’s conflicts never end. in Foreign Policy Magazine, March/April 2010

Kindly, do not touch, it’s war.

Arlington Cemetery. Oder: zu viele Emotionen, die ein einziger Blick auf einen Friedhof hervorrufen.arlington-cemetery-address

Once upon a time in the land of hushabye
in the woundrous days of yore
They came upon this kind of box
All bound with chains and locked with locks
And labelled “kindly do not Touch, it’s WAR”

Decree was issued round about
All with a flourish and a shout
And gayley colored mascots trippling lightly on the fore
“do not tamper with this deadly box”
“Don”t break the chains or pick the locks”
“Please don’t ever play about with war”

Well the children understood
children happen to be good
And they were just as around the time of yore
they didn’t try to break the chains or pick the locks
they didn’t play about with war

Mommies didn’t either
sisters aunts grannies neither
They were quiet and sweet and pretty in those wondrous days of yore
Fairley much the same as now
Not the ones to blame somehow
for opning up that deadly box of war.

But someone did,
Someone battered in the lid
and spilled the insides out across the floor
A Kind of bouncy bumpy ball, filled with guns and flags and all the tears and
horror and death, that goes with war.

It bounced right out and went crashing all about
And bumping into everything in store
and what was sad and most unfair
Is that it didn’t really seem to care much who it bumped
Or why, or what, or for.

It bumped the children mainly
And I’ll tell you this quite plainly
It bumps them evry day and more, and more
And leaves them dead and burned and dying
Thousands of them sick and crying
cos when it bumps
its really very sore

Now theres a way to stop the ball
it isn’t difficult at all
all it takes is wisdom
and I’m absolutley sure
We can get the ball back in the box
And bind the chains
And lock the locks
no one seems to want to save the children any more.

Well thats the way it all appears
that balls been bouncing round for years and years
in spite of all the wisdom whiz since those wondrous days of yore
when they came upon this kind of box
all bound with chains and locked with locks
and labelled “Kindly do not touch. ITS WAR”.

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Warum ich gerade an diese Worte denke?
Nun, die Gedanken, die mich durchfluten, wenn ich am Arlington-Friedhof vorbeigehe, sind eng verbunden mit einem Erlebnis vom DC Transformational Leadership Program, das mein Herz berührt hat.

Ein Teilnehmer des Workshops hielt in einer Mittagspause eine kleine Präsentation seiner Arbeiten (zu sehen auf seiner Website), zeigte Photos von seinem Aufenthalt mit nomadischen Gruppen im Südsudan, Installationen seiner Arbeiten in den USA und die Bedeutung, welche er der Kunst als Sprachrohr für die Einheit der Menschheit zuschrieb.
Abschließend bat er uns, einen Kreis zu bilden, und in Gedenken an die unschuldigen Opfer des sudanesischen Genozids, und all der Kriege, die das Gebiet heimsuchten, einander bei den Händen zu fassen, die Augen zu schließen und zuzuhören.

REFUGEE MEMOIRS (Michelle Orecchio : English)

Die Emotionen, die Tränen, die Wut, die Ohnmacht, die Hilflosigkeit, die Liebe.
Die Hände griffen einander stärker, ich hörte Schluchzen, so voller Schmerz, wie es bisher nur beim Genozid-Gedenken in Ruanda erlebt habe. Meine linke Hand wurde noch fester gedrückt, der Kreis brach auseinder, als eine Frau in Tränen zusammenbrach, während die Kinderstimme und die Waffengeräusche  lauter wurden. Ich fühlte, wie meine Wangen ganz feucht wurden.
Ich drückte auch fester, das Schluchzen verfielfachte sich.
Als die Stimme aufhörte, zu sprechen, und wir langsam die Augen öffneten,
schloss sich der Kreis wieder. Kurze Stille; nicht beschämt, sich so zu öffnen, sah sie in den Kreis und sagte:

“Als ich die Kinderstimmen gehört habe, und im Hintergrund die Geräusche von Bomben und Schreien, fühlte ich mich so hilflos. 
Wir sitzen hier und reden, und reden, und suchen nach Antworten, während die Kinder, die Zukunft unseres Landes, jeden Tag kurz davor sind, ihr Leben zu verlieren.”

Flugzeuge im Himmel und Fernweh

Wenn ich abends rausgehe, Sterne am Himmel von der Unendlichkeit des Universums erzählen, der Mond zu mir herunterlächelt und die Lichter der Stadt den Horizont vom Leben & Treiben rot-gelb aufleuchten lassen, habe ich eine seltsame Ruhe in mir. Ich ziehe an meiner Zigarette und beobachte Flugzeuge, die wie bewegte Sterne die Welt erreichbar machen. Ich sehne mich an einen anderen Ort. Heute Artikel über die DRKongo ge-updated – wie gerne wäre ich jetzt dort und würde mein Herz für Frauen öffnen, deren Stimmen einfach nur gehört werden möchten. Um im nächsten Moment an Kambodscha zu denken und sich vorzustellen,” ich könnte doch mal”….

Es tut gut, sich dem Fernweh hinzugeben, und gleichzeitig kann es schaden, wenn wir vergessen, wozu wir hier sind. Sich immer an einen anderen anderen Ort zu sehnen, deutet doch darauf hin, das etwas nicht stimmt.

Ich bin gerade in Washington! Je öfter ich mir das selbst gewissermaßen vorwerfe, desto beschämter werde ich, wenn mich wieder einmal dieses verflixte Fernweh heimsucht.

Gehe raus!

Ich muss irgendetwas tun, “diese Chance nutzen”, egal was, rausgehen, hauptsache etwas sehen, um dann im Anschluss davon erzählen zu können, genauso, wie es erwartet wird. Gehe in Museen, schaue mir Bilder an, gehe in Gallerien, ins Holocaust Memorial, spazieren… Die Bilder bleiben in meiner Erinnerung, doch mein Herz war nicht so ganz bei der Sache. Deswegen verschwimmen die Erinnerungen, so schnell sie auch aufgesaugt wurden.

Doch was die Erfahrungen erst mit Leben füllen, sind die Geschichten von Menschen. Mit den Menschen reden, der Mann im Bus, der unaufhörlich von seinem Job und die Situation im Kivu-Gebiet sprechen möchte, nachdem ich ihm erzähle, dass ich bei Genocide Watch Praktikantin bin.

Die Frau bei der Vernissage, die einfach nur vorbeigestolpert ist, und doch so glücklich über die kleinen Dinge im Leben ist, von den Farben erzählt, die sie berühren, von Geheimtipps der New Yorker Museen und wie Sprachen doch Weltbilder repräsentieren können.

Der Mitarbeiter im Büro, der immer Witze macht und sich Späßchen erlaubt, um die Genocide Watch-Praktikantinnen zu necken, und von seiner Arbeit im Menschenrechtsbereich in einer burundischen NGO seine Erfahrungen teilt.

Wenn ich mir die Geschichten durch den Kopf gehen lasse, so berühren sie mich, und lassen etwas in mir. Da wird mir wieder klar, dass ich gar nicht auf der Suche bin, sondern ständig in Bewegung.

Denn es geht um Begegnungen.

Seltsam. Es fühlt sich wie eine neue Erkenntnis an, doch ich wusste es schon vorher, als ich noch jünger und – das mag ich gar nicht ausschreiben: “naiver” oder unerfahrener – war.

Ich habe das Gefühl, dass irgendwann im Leben eine Zeit kommt, in der wir keine wirklich neuen Erkenntnisse machen, sondern lediglich alte, die wir in der Kindheit und Jugend so enthusiastisch wahrgenommen haben, wiederentdecken – und diese lediglich als neue Erfahrungen ausgeben. Während wir doch tief im inneren schon damals wussten, dass es um Liebe geht.

 

PS: das Titelbild ist bei einem Spaziergang entstanden, bei dem plötzlich alles so einleuchtend war.

One Million Bones.

Ich war vor kurzem positiv inspiriert, von dem sog. “one million bones” – Projekt, auf das ich über mein Praktikum bei Genocide Watch gestoßen bin. Ich hielt es im ersten Moment für eine ganz kreative Idee, und ich liebe kreative Ideen, um die Gefühle von Menschen zu mobilisieren. Wen es interessiert, hier die Aufmachung des Projektes:

http://www.onemillionbones.org/

Ich dachte nicht allzu viel über ontologische oder philosophische Fragen nach, die sich aus dem Projekt ergeben würden, ich war einfach irgendwie stolz und beeindruckt zugleich.

Bis ich es meinem Freund erzählte der mich zum Nachdenken bewegt hat.

Er war selbst eher weniger angetan von der Vorstellung, dass eine weiße Intellegenzija oder Mittelschicht eine Millionen Knochen basteln, um so mit der Stimme von Tausenden von Subalternen zu sprechen, die unter den Folgen eines nicht verhinderten Völkermordes leideten und leiden.

Er fragte mich:

One million bones…?! Did they ever see one million bones in their life?

und wirkte dabei verstört und von dieser Skurillität verärgert zugleich.

Ich war verwirrt und wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Einerseits hatte er Recht, was ist das für ein makaberer Schachzug, eine Werbekampagne, die auf eine ganz verklärte Weise auf Völkermord aufmerksam machen und Spenden einnehmen will?

Auf der anderen Seite dachte ich mir, es würde doch aber Aufmerksamkeit und Sensibilität wecken für solch eine unvorstellbare Thematik. Und eine Stimme sagte mir, wenn es auch eine unvorstellbare Methode ist, so ist sie doch kreativ und für den Zweck, Spenden und Öffentlichkeit zu wecken, mag sie sich selbst als Mittel heilen.

Oder nicht?

Selbst wenn sich niemand wirklich vorstellen kann und will, was sich hinter diesem einfachen, und doch so erschütternden Wort “Völkermord” verbirgt, impliziert es auch, das Wort sei unaussprechlich?

Selbst wenn man niemals die Opferzahlen und Knochen aufrechnen könnte, und selbst der Versuch oder der Gedanke an einen Versuch in die unglaubliche Leere der Unmenschlichkeit führte, bedeutet das, dass man es auch nicht tun sollte und lieber gar nichts sagt oder tut, bevor man sich des Unaussprechlichen schuldig macht?

Ich bin der Auffassung, dass der Versuch, eine Öffentlichkeit für solch eine Problematik zu schaffen, berechtigt ist. Über die Methoden könnte man diskutieren. Und auch darüber, wer über wen mit welcher Stimme und Absicht spricht.

Eines der Probleme, die mich diesbezüglich am intensivsten beschäftigen – wahrscheinlich, weil sie momentan Bestandteil meiner abendlichen Lektüre sind – ist vor allem die Kritik Spivaks, dass postkoloniale Intelektuelle in den Ländern des globalen Nordens sich selbst oder durch die Öffentlichkeit als “Ersatz-Subalterne” (token subalterns) wahrgenommen werden, nämlich dadurch, dass sie im Namen derer sprechen, die tatsächlich betroffen sind.

Es ist leichter für die Intelligenzija im Westen, Spivak, Said und Bhabha zu zitieren, als sich gegen eine Verschärfung der internationalen Arbeitsteilung zu engagieren.

[María do Mar Castro Varela, Nikita Dhawan: Postkoloniale Theorie: 2005; S.68]

Müssen wir darüber nachdenken, dass wir selbst manchmal Teil des Problems sind und mit einer privilegierten Stimme sprechen, die selbst an der ideologischen Produktion des Neokolonialismus beteiligt ist?

 

 

 

 

Als wuerde ich auf der Stelle tanzen…

Manchmal, da hab ich das Gefuehl, auf der Stelle zu tanzen. Gar nicht, auf der Stelle tanzen zu wollen, aber die Aktion “Tanzen” nur auf einer Stelle auszufuehren, wobei ich nicht weiter vorwaerts komme.

Das Musikvideo, das ich editiert habe, daran arbeite ich seit Wochen, wobei ich in einigen Tagen fertig sein koennte. Ich hatte die Capture, habe 2 Tage und Naechte durchgearbeitet – weil ich mit einem geliehenen Laptop gearbeitet habe – und dann gerendert. Dann gingen die Daten verloren, die DVD kaputt, dann habe ich eine Kopie gefunden, aber Audio verloren, neu angefangen, aufgegeben, Nachtarbeit, Geduld, Wut usw.  Es fehlte aber immernoch die Aufnahme von dem Saenger des Refrains – so habe ich auf die Permission einer Kamera gewartet, und sie vorgestern fuer einen Tag bekommen. Gefilmt, mit Glueck eine Machine gefunden, ueber Nacht gearbeitet und es nicht fertig gerendert bekommen, weil wir keinen Strom haben.  Und jetzt? “Patientez” – ist die Antwort, die ich immer wieder hoere – “gedulde dich” – eine wichtige Lektion, die ihren Lernprozess fuer Christina wohl erst in Ruanda gestartet hat.

Die Dokumentation ueber Krieger des Lichts in Kigali – lag in ihrer Rohfassung lange lange nur in Form eines 6-seitigen Konzeptpapiers auf dem Kuechentisch, bis ich gestern die Kamera in der Hand hatte – nach schriftlichem Antrag auf Erlaubnis und Gespraech mit Chef. Doch vorgestern begannen die Interviews um 13 Uhr – und ich filmte bis 01:00 nachts. Nach 5 Stunden Capturing hatte ich 5 DVDs voll mit Szenen, wobei es nicht alles war. Und dann fehlt noch eine Szene, und eine Maschine zum Editieren, eine externe Festplatte, die ich hoffentlich von jemandem  ausleihen kann und ein Redbull.

Das Album “Warriors of the Light” von X Machinez tanzt ebenfalls auf der Stelle. Man ruft den Freund an, der gleichzeitig Produzent ist, und dich von einem Tag auf den naechsten verschiebt – und du weisst, dass es nicht boeswillig ist, weil er hart arbeitet, um einen guten Schulabschluss zu machen. “Patientez” – lautet die Devise, und es ist notwendig. Sofern du die Beats auf CD hast, und selbststaendig die Proben machen kannst.

Die ganzen Geschichten und politisch interessanten Erzaehlungen, die wir aufgeschrieben hatten – sind weg. Geloescht, wegen Formatierung einer Maschine, die nicht meine war. Na klar selbst schuld – warum hast du die nicht gespeichert? Hab ich, auf einem kleinen Mp3-Player, der nicht mir gehoert und scheinbar von Viren uebersaet ist, denn nach einigen Tagen waren ploetzlich alle Daten weg. Wie kann das sein?

Manchmal habe ich das Gefuehl, auf der Stelle tanzen zu koennen. Wenn ich sehe, dass Kinder mich in meinem neuen zu Hause besuchen, Kitzelattacken starten, zum Essen kommen, malen und fragen.

Wenn ich sehe, wie schoen Kigali von diesem Ort aus ist, wenn ich nachmittags von der Boutique un die Ecke komme, um Milch fuer Kaffee zu holen und mit meinem Kumpel zu schnacken.

Wenn ich sehe, dass die Kinder ihre Kreativität ausleben, weil uns ein besonderer Lehrer  geholfen hat, Standbilder zu machen.

Wenn ich einen Ingwertee im Fantastique trinke, wenn ich mit meinen Freunden spazieren gehe, wir gemeinsam singen, dann kann ich auf der Stelle tanzen.

Auf der Stelle tanzen, ist es jetzt positiv oder negativ?

Alles ist gut, denn alles ist Leben und alles traegt zu deinem Leben bei – sagte mir mein Herz, und ich schloss das Kapitel der Zweifel zu.

 

Einkehr in den Alltag.

Mittlerweile bin sogar ich in den Alltag hineingetrudelt. Die Routine kann natürlich die Stimmung senken, aber es ist die Perspektive, die aus dem Alltag etwas besonderes machen kann. Einen Tag beispielsweise gehe ich zur Arbeit, den Hügel von „Kiyovu cyabacene“ (das arme Kyovu) hinunter, an den Nachbarn vorbei, höre schon wieder „Ndagukunda Christina!“ rufen und ärgere mich über den inflationären Gebrauch von „Ich liebe dich“, weil ich am Morgen schon wieder keinen Kaffee hatte. Und an der Hauptstraße angelangt, schüttele ich nur noch den Kopf, weil ich schon wieder genervt bin, dass alle Mototaxi-fahrer beim Vorbeifahren hupen, da sie wohl annehmen, Abazungu müssen immer Moto fahren, weil sie faul sind und Geld en masse haben. Und wenn ich dann aus dem Taxibus am Nyabugogo-Busbahnhof aussteige, den Hügel rauf nach Kimisagara gehe, und dabei Menschen an mir vorbeigehen und mir wie kleine Teufelchen „Umuzungu“ ins Ohr murmeln, und das unaufhörlich, dann denke ich mir, „Ja danke, ich weiß, dass ich Umuzungu bin – aber ich lauf auch nicht durch die Straßen und sage People of Colour zu jedem“. Und wenn ich dann noch auf der Arbeit im Kunstkurs 20 Kinder im Raum habe, die alle gleichzeitig rufen „Kilistina, ndashaka impapuro, ndashaka amazi, ndashaka crayon , ndashaka gushushanya“, und sie wie wild durch den Raum toben und dabei die Wasserbecher umwerfen, wieder alles nass und dreckig machen und nichtmal rausgehen, wenn ich sage, dass die Stunde für heute vorbei ist, dann verzweifele ich. Einen anderen Tag aber wache ich auf, strecke mich an meinem großen Fenster, das einen wunderschönen Blick über Kigali am Morgen bietet und atme die frische Morgenluft ein. Dann frage ich mich „Was kann ich heute mit den Kids machen?“, male oder bastele eine Vorlage, mache mich auf den Weg und freue mich, dass heute wieder die Sonne scheint. Dann werden alle Nachbarn, die mir begegnen, herzlich gegrüßt, mit einem fröhlichen „Waramutse!“ und sogar beim Absteigen des Hügels, wenn ich an der alten Frau vorbeigehe, die immer ihre Äpfel und Bananen verkauft, wenn ich schon wieder ein „Ndagukunda Christina!“ höre, winke ich herzlich meinen Nachbarn zu und rufe „Murakose! Waramutse!“. Unten an der Straße dann, als ich an zwei Frauen vorbeigehe, die dabei bemerken „Eh! Umuzungu!“ grinse ich sie an und begrüße sie, woraufhin sie mich zur Haltestelle begleiten und wir uns dabei auf Kinyarwanda unterhalten. Im Bus spreche ich meinen Sitznachbarn an und wir smalltalken die ganze Fahrt bis zum Busbahnhof. „Umunsi Mwiza, Brother!“ – und der Fußmarsch den Hügel hoch ist ein Spaß, weil ich merke, dass mich so viele hier kennen, und an jeder Ecke ein „Christina! Waramutse!“ höre und fröhlich ein „Amakuru jawe?“ entgegenrufe. Und bei denen, die mich noch nicht kennen, und denen, die „Umuzungu!“ rufen, freue ich mich dann genauso. Dann gehe ich runter ins Maison des Jeunes und sehe schon 5 Kinder mir entgegenlaufen, die rufen „Kilistina, Kilistina, gushushanya!“ und mich umarmen und an die Hand nehmen, dann freue ich mich noch mehr auf die heutige Stunde und weiß, warum ich hier bin. Und auch wenn dann die vielen Kinder im Malraum schreien und alle etwas wollen, dann merke ich trotzdem, wie stolz ich heute wieder auf sie bin, und lobe sie und zeige ihnen einzeln, was sie noch besser machen können, weil ich dankbar bin, dass ich den Kindern etwas weitergeben kann. Wie unterschiedlich diese Tage doch wirken, obwohl sie sachlich genau die gleichen sind! Die Freude steckt nämlich nicht in den Dingen, sondern in unserer Seele.