“Wenn du denkst, es geht nicht mehr…

… kommt von irgendwo ein Licht her.”
Diese Alltagsfloskel kennen wir nur allzu gut, und wie oft haben wir sie ausgesprochen, während wir innerlich schmunzelten, weil wir uns so hoffnungssuchend an eine Ironie wenden, an deren Wahrheitsgehalt wir ja eigentlich selbst nicht glauben. Aber irgendwie ist es schon immer so gewesen.
Jedesmal, wenn ich so tief gefallen war, dass ich an das Gute nicht mehr glauben mochte, kam eine Botschaft – so abergläubisch das auch klingen mag. Mal kam sie in Gestalt einer Fremden, die mich an der Schulter fasste und mir sagte, dass alles gut werde; ein anderes Mal in Form von einer Botschaft, die jemand an mich richtete und mir das verzerrte Bild, das ich von mir selbst hatte, zurecht rückte. Immer gab es Zeichen, immer genau das, was ich brauchte – zum richtigen Zeitpunkt, oder eher gerade dann, als ich dazu bereit war.
Im Zuge der Vorbereitung auf meine Yogalehrerausbildung wurde mir ein Buch ans Herz gelegt, das für eine angehende Bachelorette im Bereich der internationalen Politik eigentlich – aufgrund des Mangels an Empirie und Wissenschaftlichkeit – zutiefst abwegig erscheinen müsste.
“A little Light on the Spiritual Laws” war ein Buch, das mir versprach, mich kapitelweise an die Gesetze des Universums heranzuführen. Ich mochte Philosophie und Spiritualität immer schon, aber eine leise Stimme in mir flüsterte: “wie lächerlich”, und verwies in der Bibliothek meines Kopfes auf eine US-amerikanische Studie, in der empirisch bestätigt wurde, dass Menschen, die an irgendwelche höheren Kräfte glauben, anfälliger für Verschwörungstheorien seien (Oliver, J. Eric / Wood, Thomas J.: Conspiracy Theories and the Paranoid Style(s) of Mass Opinion, 2014). Ich schmunzelte über meine eigene Zweigleisigkeit, die sich in meinem Kopf und meinem Herzen manifestiert hat und doch ließ ich mich auf die Lektüre ein.
Und während ich die “Spirituellen Gesetze” eines nach dem anderen durchging, ertappte ich mich dabei, wie ich ihnen Sinn und Validität zuschrieb.
“As within, so without”:

Earth is a place of learning where our lessons are presented to us by making our outside world an exact reflection of our inner world. (…) Your inner integrity will be matched by those around you. (p.8)

Hörte ich dort nicht etwas vom sokratischen Denken heraus?

A radio transmitter broadcasts on a particular frequency. Anyone interested in a programme going out on that waveband tunes in. You are a transmitter. You broadcast the play of your life. You send out into the ether the story of your patterns, emotional energy, mindsets, denials, likes and dislikes and much more.
Imagine you want to find an interesting programme. There are hundreds to tune into and you are flicking through the channels trying to decide which one to listen to. Most of them you tune out immediately. Now and again one will catch your attention. It may be heavy or funny, boring or interesting, violent or peaceful. Something about it draws you to stay tuned in. You may like some aspects but be repelled by others. Nevertheless you are hooked in.
In the same way we attract people to us. People who do not resonate on our frequency simply are not attracted to us. they pass on by.

Das Gesetz der Anziehung. Und dann ist da noch das der Reinkarnation. Und so viele mehr, die rein wissenschaftlich kaum Sinn machen bzw. nicht empirisch überprüfbar sind, oder valide, oder all die anderen Anforderungen nicht erfüllen. Komisch, wie diese zwei Facetten von mir keinen Sinn ergeben. Einerseits die angelernte Wissenschaftlichkeit, die notwendig für eine professionelle Existenz ist, und andererseits das angeborene Gefühl der Einheit und von etwas, das in Worten und Begriffen nicht erklärbar ist.

Manchmal habe ich so eine situative Vision von mehr Spiritualität in der Politik, und dann verwerfe ich sie sofort wieder, wenn ich an die Rolle von Religion und Ideen denke.
Ist es nicht zwiespältig? Ist etwas da dran, dass, je mehr ein Mensch sich Politik beschäftigt, desto kälter und zynischer er wird – oder ist es nur eine unbestätigte Annahme – oder gar eine Ausrede, um globale Probleme besser ertragen zu können?

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