Zu viel Gewissenschaftet, zu wenig Gefühlt.

Als ich gerade so durch meine letzten Beitraege gegangen bin, ist mir etwas Erschreckendes aufgefallen – und zwar dass, obwohl dieser Blog eine persoenliche Reise in Worte fassen soll, er doch eher wirkt, als waere er von einer pensionierten Akademikerin geschrieben als von einer wissbegierigen Studentin.
Deshalb wird dieser Beitrag wieder ein wenig persoenlicher, ein wenig intimer, ein wenig verletzlicher als stumpfe Gedanken in wissenschaftlicher Manier.

Wir alle muessen frueher oder spaeter, oder gar staendig, grosse Entscheidungen im Leben treffen, die massgebliche Auswirkungen haben. Oft sind wir uns nicht bewusst, dass wir ueberhaupt eine Entscheidung treffen, die unser Leben veraendern wird – ein Wort, eine Begegnung, ein Streit – und alles steht auf dem Kopf. Wenn wir uns aber doch einmal darueber im Klaren sind, dass wir vor einer Entscheidung stehen, so denken wir gleich zehnmal gruendlich darueber nach, waegen pro und contra ab, und versuchen, so wenig wie moeglich mit dem Herzen, und so viel wie moeglich mit dem Verstand zu entscheiden.
Ein kluger Philosoph sagte einmal “Man muss das Leben vorwaerts leben, aber man kann es nur rueckwaerts verstehen” . Wie wahr ich das glaube. Staendig sind wir auf der Suche nach etwas, und wir wissen gar nicht genau, was wir suchen, sei es der “Sinn” des Lebens oder die “grosse Liebe”, der “perfekte Job” oder einfach irgendeinen “Sinn” in all diesem Absurden. Als ich nach der Schule meinen eigenen Weg gegangen bin, da war mir das noch nicht klar, was das fuer unsere Familie bedeutet. Ich war sehr fixiert auf meine eigenen Lebenslaufbahn, geblendet von meinen Traeumen und Zielen, dass ich damals nur wenig verstanden habe, was Familie bedeutet. In der lyrischen Einfachheit eines populaeren Songs heiβt es:

“Well you only need the light when it’s burning low, only miss the sun when it starts to snow, only know you love her when you let her go; only know you’ve been high when you’re feeling low, only hate the road when you’re missin’ home….”

Ist es die Sehnsucht der Menschen nach dem, was gerade abwesend ist, die dem Gefuehl von Heimat und Familie erst Bedeutung verleiht? Muessen erst immer Krisen geschehen, die uns die Augen oeffnen dafuer, was eigentlich wirklich von Bedetung ist?

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