Karibu in Amahoro City!

Amahoro City ist ein fiktives Projekt, das ich mit den Kindern aus meinem Kunstkurs initiiert habe. Es geht hierbei weniger um bestimmte Tätigkeiten, sondern um die Idee, einen Ort in unserem Bewusstsein zu haben, an den sich die Kinder zurückziehen können und den sie so gestalten können, wie sie sich ihre Traumwelt vorstellen. Das gute an Amahoro City ist, dass der Ort für jeden offen ist, der dorthin möchte. Gerade deshalb befindet sich die Stadt in einer rasanten Wachstumsphase, die bisher in kürzester Zeit alle Rekorde gebrochen hat. Das Bruttoinlandsglück, der für den Erfolg der Metropole ausschlaggebende Maßstab, übersteigt alle bisher bekannten Werte. Auch die Mentalität, die Amahoro City ausstrahlt, greift in alle Lebensbereiche über. Die beste Konfliktlösungsstrategie bei Lappalien ist bei uns ein „Amahoro“ mit anschließendem obligatorischen Gruppenkuscheln. Die Tagesaktivitäten bei uns dienen einzig unserem Wohlbefinden und unserem geistigen Wachstum. So nutzen wir meist die Morgenstunden, um uns in Kunstfertigkeiten zu üben und sehenswerte Produkte für den Eigenbedarf herzustellen. Unsere Energie gewinnen wir aus selbst entworfenen, höchst effektiven Windkrafträdern, die über ganz Cyahafi und Kimisagara verteilt errichtet wurden. Um das Wohlbefinden zu maximieren, welches bei uns höchste Priorität hat, nutzen wir regelmäßig Musik und Tanz, die wir durch eigens hergestellte Instrumente natürlich noch zu verbessern suchen.

Körperlich halten wir uns hier durch Laienakrobatik im Garten fit, sowie durch Fußball, Frisbee, und Spielinnovationen, wie zum Beispiel das altbewährte Schubkarrenrennen, oder das abgewandelte „Nkunda Amahoro mu Rwanda! Stop!“ – aus dem in deutschen Grundschulen weit verbreiteten Drehwurmspiel. Neue Aktivitäten finden sich immer, denn wir laufen mit Kindesaugen durch die Welt und finden einfach Möglichkeiten, unser Kapital, das Wohlbefinden, zu maximieren. Investitionen in Form von Liebe, Aufmerksamkeit und Interesse lohnen sich durchaus, denn das oben erwähnte Wachstum der Stadt verspricht noch Großes. Amahoro City – der Hoffnungsträger einer besseren Welt!

Bewohner von Amahoro City

Shema ist 12 Jahre alt. Er lebt mit seinen Eltern und seinen Geschwistern in Kimisagara. Er hat 2 Brüder und 2 Schwestern. Besonders gefallen ihm Fußballschuhe. In der Schule liebt er den Englischunterricht, deswegen spricht er auch im Alltag gerne mal Englisch. Seine Lieblingsmusikrichtung ist R’n’B. Sein größter Wunsch ist, später mal Präsident von Ruanda zu werden. Ansonsten würde er im Leben gerne mal Pirat sein. Er möchte auch nach Amahoro City ziehen, und baut demnächst sein neues Heim dort.

Mutesi ist 10 Jahre alt. Auch sie lebte mit ihren Eltern und ihren zwei Brüdern in Kimisagara, nahe Nyabugogo. In ihrer Freizeit malt sie gerne. Ihr Lieblingsfach ist Englisch. Ansonsten hört sie gerne R’n’B – Musik. Am liebsten würde sie Premierministerin werden, wenn sie groß ist. Ihr größter Lebenswunsch ist ziemlich simpel und doch aussagekräftig – sie wünscht es sich, zu leben. Zu Amahoro City, in der sie eine der ersten Bewohner war, möchte sie sagen, dass man hier alle Menschen liebt.

Innocent ist 12 Jahre alt. Er hat lange vor seiner Zeit in Amahoro City mit seinen Eltern, seiner Schwester und seinen zwei Brüdern in Cyahafi gewohnt. Am meisten Spaß macht ihm das Lernen. Deshalb ist sein Lieblingsfach in der Schule auch Mathematik. Musikmäßig geht er vor allem zu Hip Hop ab, am liebsten den alten ruandischen. Sein größter Wunsch ist es, zu leben. Deshalb hat er sein neues Heim auch in Amahoro City gebaut. Im Leben selbst, möchte er erreichen, ein gutes Leben zu führen. Zu seinem neuen zu Hause, Amahoro City, möchte er loswerden, dass man alle Lebewesen liebt.

Thierry ist 9 Jahre jung. Gemeinsam mit seinen Eltern, seinem Bruder und seiner Schwester hat er lange Cyahafi unsicher gemacht, bis er sich entschieden hat, nach Amahoro City zu ziehen. Er liebt jede Art von Ballspielen. In der Schule aber konzentriert er sich auf das Wesentliche und bevorzugt den Englischunterricht. Seine Lieblingsmusik ist amerikanischer R’n’B. Der größte Wunsch, den er momentan hat, ist Auto fahren zu lernen. In seinem Leben möchte er einmal reich werden und genug Geld haben, sich seine Wünsche zu erfüllen. Sein guter Rat an alle, die noch nicht in Amahoro City wohnen, ist, dass man anfangen soll, zu lieben.

Der kleine Pierro ist 8 Jahre alt. Er lebt noch mit seinen Eltern und seinen Geschwistern, das sind 2 Brüder und 2 Schwestern, in Kimisagara. Am allerliebsten nutzt er seine Freizeit, um Fußball zu spielen. Aber auch Sprachen findet er super, und so hat er einen großen Spaß, in der Schule Englisch lernen zu dürfen. Am derbsten flasht ihn so richtig guter Hip Hop, vor allem aus Amerika. Irgendwann will er sich mal ein Auto kaufen können, davon träumt er schon lange. Doch im Leben hat er sich zum höchsten Ziel gesetzt, zu lachen. Er wohnt noch nicht in Amahoro City, aber schon bald schlägt er sein Lager dort auf.

Jack ist 9 Jahre alt. Er hat beide Elternteile, einen Bruder und eine Schwester. Mit ihnen hat er vor seiner Zeit in Amahoro City in Kimisagara gelebt. In seiner Freizeit liebt er es am meisten, zu malen. Aber in der Schule, wenn es so richtig an die Arbeit geht, da liebt er Englisch. Tanzen kann er gut, vor allem zu R’n’B. Sein größter Wunsch ist es, mal Lehrer zu werden, dann kann er sein Wissen und seine Liebe weitergeben. Denn das Leben möchte er nutzen, um zu lieben. Für Amahoro City bleibt ihm nur der Wunsch, einmal tatsächlich dort zu sein.

Jimmy, 8 Jahre alt, lebt noch mit Mama, Papa und Bruder in Cyahafi, wünscht sich aber, bald schon in Amahoro City zu leben. Er liebt Autos und deshalb fangen jedes Mal, wenn er an der offenen Autowerkstatt vor Nyabugogo vorbeigeht, seine Augen zu glänzen an. In der Schule macht ihm das Englischlernen am meisten Spaß, denn auch seine Lieblingsmusik, Hip Hop, ist meistens in dieser Sprache. Wenn er sich einen Wunsch erfüllen könnte, dann wäre er einmal Pirat. Aber vom Leben möchte er nichts weiter, als zu leben.

Abudu ist schon 13 Jahre alt und hat vor Amahoro City in Kimisagara gelebt, mit seinen Eltern, seinen 2 Brüdern und seinen 2 Schwestern. Am meisten Spaß hat er an allen Spielen, die mit einem Ball zu tun haben. Weil auch er Hip Hop so sehr liebt, ist sein Lieblingsfach in der Schule Englisch. Sein größter Wunsch ist es, eines Tages mal Minister zu sein, denn dann kann er das Leben in Ruanda mitgestalten. Sein Lebensinhalt ist aber ganz einfach, zu leben. Er sagt über Amahoro City, dass er gerne hier lebt.

Mariam ist erst 5 Jahre alt, aber hat sich schon früh dafür entschieden, nach Amahoro City zu ziehen. Sie lebte vorher mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihren 4 Brüdern in Cyahafi. Sie liebt Gott und Jesus. Ansonsten tanzt sie gerne, und essen ist auch eine ihrer Leidenschaften. Musikmäßig steht sie auf die alten ruandischen Klassiker wie Meddy und King James. Aber sie würde gerne mal Händlerin werden. Vielleicht sogar in Amahoro City. Im Leben wünscht sie sich vor allem Liebe. Was sie zu Amahoro City zu sagen hat, beläuft sich auf 2 einfache Wörter: „Frieden“ und „lasst uns leben!“

Alle, der 6 Jahre alt ist, hat mit seinen Eltern, seinem Bruder und seinen beiden Schwestern in Cyahafi gelebt, bevor er nach Amahoro City gekommen ist. Er liebt Gott, und vor allem das Malen. In der Schule hat er den meisten Spaß am Schreiben. Musik findet er klasse, vor allem, weil er gerne selbst welche macht oder machen will. Deshalb wünscht er sich auch, Gitarre spielen zu können. Dann kann er in seinem Leben vielleicht sogar Superstar werden, denn das wäre das Stärkste für ihn.

 

Elisse ist schon sieben Jahre alt. Sie hat lange in Cyahafi gelebt, und das mit ihren Eltern, ihren zwei Schwestern und ihren sechs Brüdern. In ihrer Freizeit liebt sie es, zu malen, und vor allem Papierboote zu basteln. Auch der Englischunterricht ist für sie immer wieder eine Freude. Am meisten hört sie die ruandischen Lieder von Meddy, King James und Chanel, manchmal singt sie sogar selbst dazu. Ihr größter Wunsch ist es, noch mehr zu lernen, egal worüber, am besten alles. Im Leben will sie am liebsten einfach nur malen. Zu Amahoro City aber sagt sie ganz einfach: „die Häuser dort sind sehr schön“.

Wir, die Bewohner von Amahoro City, freuen uns über einen Besuch von euch, denn ihr seid alle herzlich Willkommen in unserem kleinen Herzensort.

7 thoughts on “Karibu in Amahoro City!

  1. was für eine tolle Idee- einen Zufluchtsort für die Kinder zu schaffen, den sie selber gestalten können! Chrissi, ich bin stolz sehr stolz, denn du gibst den Menschen so viel Liebe…Ich freue mich für dich, dass du deine Träume verwirklichen kannst und damit vielen Kindern träumen beibringst.
    Mach weiter so und werde gesund!!

    deine MM

    Like

  2. Hey,
    ich find die Idee und die Umsetzung deines Projekts total klasse!
    Der Artikel ist toll geschrieben und ich finde es faszinierend, mit wieviel Fantasie und Feinfühligkeit du das alles machst…
    Wow 🙂
    Liebe Grüße aus dem verregneten Deutschland 😉
    Anne

    Like

    1. Hey Anne, danke für deine liebe Rückmeldung,
      ich finde das ganz spannend, dass du auch ein ww-Jahr hinter dir hast und wir so ähnliche Erfahrungen machen. Ich würde gerne mehr von deinem Jahr erfahren! Vielleicht kannst du mir ja einmal eine Mail schicken 🙂

      Ich wünsche dir alles Liebe, auch aus dem (momentan) stark verregneten Kigali!
      Christina

      Like

  3. Hallo,

    Du kennst mich nicht und hoffe ich darf trotzdem was schreiben. Ich habe eben Deinen Blog gelesen und fand dies sehr interessant und schön geschrieben. Ich werde selbst im Januar drei Monate in Kigali sein, leider nicht mit meiner Familie (Freundin und Kind). Ich leiste ein Praktikum bei der GTZ ab. Dürfte ich Dir evtl. ein paar Fragen stellen bezüglich Kigali und das Leben dort? Würde mich sehr freuen 🙂

    Wünsche Dir noch viel Spaß und Freude bei Deiner Arbeit!

    Gruß

    Markus Baro

    Like

    1. Hallo Marius, danke erstmal fuer deinen Kommentar. Es freut mich, dass du auf meinen Blog gestossen bist und natuerlich kannst du mir Fragen stellen; die ich aber selbst als Greensleve nur nach meinen bisherigen Erfahrungen und Empfindungen beantworten kann. Vielleicht ist es besser, du schreibst mir einfach eine Mail und wir koennen uns so vielleicht besser austauschen. Ich freu mich, dass du nach Kigali kommst – es wird sicher aufregend! Bis dann alles Liebe, Christina

      Like

  4. Christina, ich versteh dich jetzt endlich!
    Diese Bonzen sind soo schrecklich! 😦
    Warum machen Menschen so etwas bloß?! Manchmal frag´ich mich, warum wir so viel Scheiße tun! Z.b wollte die Natur es bestimmt nicht, dass in Verschiedenen Ländern so viele Menschen hungern und wir alle einfach zu geizig sind!
    Letztens hatten wir in Bio eine Frage, in der es um das Hungern der Menschen ging und ob man vielleicht die Felder erweitern kann. Daraufhin habe ich geschrieben: Nein, weil es den Politikern viel zu teuer sein würde, denn sie sind ja Bonzen.
    Ich find es echt nicht okay, was wir alle heutzutage hier abziehen. Der Umgang miteinander wird immer ruppiger… Was soll man sonst noch dazu sagen, außer ” Selber Schuld, wenn die Welt deswegen zerbricht!”
    Was mindestens 2 mal so schlimm ist ist die Umweltverschmutzung! Das ist alles total dumm! Ich versteh die Menschen heutzutage echt kein bisschen..

    Deine Jenni

    Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s