Mama Africa.

Nach einem mehr oder weniger ereignislosen Wochenende, an dem ich einen emotionalen Tiefpunkt durchstehen musste, ist es wieder Zeit, das Ruder in die Hand zu nehmen.

Was beinhaltete dieser emotionale Tiefpunkt?

Er beinhaltet die Abschottung, die Privilegien und Oberflächlichkeit.

Und letztendlich war er nur ein Wendepunkt, an dem ich mich wieder auf das besinnen konnte, was mich eigentlich erfüllt.

Am Wochenende habe ich mich ein wenig abgeschottet gefühlt, weil ich fast ausschließlich unter Weißen war, und mir wieder klar wurde, wie stark man doch dazu neigt, sich abzugrenzen. Ich hatte die letzten Wochenenden zum Ausgehen genutzt, die Stadt kennen zu lernen, die Bars und Schuppen. Ich, die eigentlich nie wirklich der Typ für Diskogänge war, der aber doch darin eine Chance sehen wollte, zwischenmenschliche Beziehungen auf- und auszubauen. Mit zunehmenden Bekanntschaften stieg in den letzten Wochen auch der Eindruck, es spielt sich auf der oberflächlichsten Ebene zwischenmenschlicher Kontakte ab.

Unerwünschte Annäherungsversuche, prompte Liebeserklärungen und Freundschaftsanträge standen unter dem Zeichen des Weißsein. All diese Faktoren wirkten zusammen, um mir meine Gedanken zu verdunkeln und mich in eine negative Grundstimmung zu versetzen.

Eine Selbstanalyse führte zu folgenden Möglichkeiten:

1. Die Negativität in mir ist ein Weckruf

Es handelt sich um ein Zeichen, das mir vermitteln will: „Ich bin auf dem falschen Weg. Ich muss etwas ändern.“ – Besonders hinsichtlich meiner Wochenendsplanung und meinem tatsächlichen Willen. Wenn mich etwas nicht erfüllt oder glücklich macht, dann ist es nicht das richtige.

2. Was ich tue, scheint nicht den erwarteten Effekt zu haben

Ich tue Dinge, die mich nicht dahin führen, wo ich hin will – zur Aufrichtigkeit und Integrität. Das erwünschte Wachstum muss her!

3. Das kann ich produktiv nutzen.

Die Negativität kann in einigen Momenten schmerzen, aber mich auch zum wachsen bringen. Was kann ich daraus lernen? Den Umgang mit der Negativität, die Situationen, die mich in solche Lagen versetzen oder einfach nur die alte Lehre des Maßes: Finde das Maß (für dich).

4. Wer weiß, was daraus Gutes entstehen kann?

Ein wunderschönes Essen mit 4 Straßenjungs, neue Projektideen und viel neue Energie.

Denn genau das ist heute entstanden.

Ich hatte sie doch heute zum Essen eingeladen, weil sie mir sagten, dass sie nie wissen, wo sie als nächstes etwas zu Essen herbekommen. Es gab Couscous mit Tomaten, Gurken, Zitronen, Oliven und Zwiebeln und Spaghetti mit einer Käse-Sahne-Avocado-Sauce. Die leeren Teller bei dieser Menge an Essen waren Zeichen genug 😉

Für diejenigen, die über meine Naivität den Kopf schütteln, den ich an den Tag zu legen scheine, möchte ich anführen, dass alle Mitbewohner informiert wurden, die Wertsachen weggeschlossen wurden und der Max als tatkräftige Unterstützung und wunderbarer Zeitgefährte mit vor Ort war!

Dann bedankten sie sich bei mir mit einer grandiosen Sing- und Tanzeinlage, die zu einem linking element wurde – letztendlich saßen wir alle gemeinsam draußen und ließen a capella Musik sprechen. Aus diesem berauschenden Erlebnis entsprang schließlich die Idee eines Band/Musikwettbewerbs für sozial benachteiligte Kids (was damit eine große Zahl sein dürfte). Inwieweit der Anstoß jetzt Realisierung finden wird – da lässt sich nur sagen: für euch, abwarten und für mich, ranhalten!

Mama Africa has got so much love to share.

2 thoughts on “Mama Africa.

  1. Ach, meine Süße!! Ich habe deutlich gespührt, dein “Tiefpunkt”- doch wenn du mir nicht sagst “warum?”, mach ich mir Sorgen und habe Angst!
    Ich bin froh, dass deine Begegnung zu neuen Ideen geführt hat! So soll es auch sein- das kannst du überall mitnehmen. Dein “Weiss sein” bedeutet “Abgrenzung” nur wenn du es zulässt. Klar bist du anders, aber das heißt nicht abgegrenzt.
    Sei du selbst, mach das was du willst und sag was du denkst- damit kommst du immer voran.( selbstverständlich alles im Rahmen!!)
    Ich vermisse dich furchtbar und bin stolz wie ein Oskar.. 😉

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